Inland
Zahlreiche Organisationen fordern Erbschaftssteuer
Ihrer Forderung nach Erbschafts- und Schenkungssteuern haben heute zahlreiche Organisationen mit einer Kundgebung und einer Resolution vor dem Bundeskanzleramt Nachdruck verliehen. Insgesamt unterstützen 59 Organisationen die Forderung, darunter etwa die Arbeiterkammer, die GPA und die Volkshilfe.
„In keinem anderen westeuropäischen Land sind Vermögen so ungleich verteilt wie in Österreich. Das reichste ein Prozent besitzt 40 Prozent des gesamten Vermögens. Allein die drei reichsten Familien besitzen mehr als die ärmere Hälfte der Bevölkerung zusammen“, heißt es in der Resolution.
Eine Erhöhung des Anteils vermögensbezogener Steuern auf OECD-Durchschnitt könne acht bis neun Milliarden Euro einbringen.
Reiche sollen Beitrag leisten
AK-Chefökonom Mathias Schnetzer forderte einen größeren Beitrag der besonders Wohlhabenden an der Budgetkonsolidierung. Denn diese Gruppe sei bisher verschont geblieben.
Auch ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth forderte die Regierung auf, die Einführung einer Erbschafts- und Schenkungssteuer mit einem hohen Freibetrag und einem progressiven Steuersatz zu beschließen. Unterstützung kam seitens der Grünen, Kritik indes vom ÖVP-Wirtschaftsbund.
red, ORF.at/Agenturen
Heizkesseltausch: Fördertopf könnte bald leer sein
Das für heuer geplante Förderbudget von 360 Millionen Euro für den Heizkesseltausch könnte schon bald ausgeschöpft sein.
„Laut unseren Berechnungen auf Grundlage der Zahlen, die wir abgefragt haben, wird es in etwa zwei Monaten auch keine Förderungen mehr für den Heizungstausch geben“, sagte der grüne Umweltsprecher Lukas Hammer heute im Ö1-Morgenjournal. Die Grünen hatten zuvor eine Parlamentarische Anfrage an Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) gestellt.
Expertin: Schlechte Nachrichten für Wende
Laut Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des Dachverbands Erneuerbare Energie, sind das für die Energiewende schlechte Nachrichten: „Damit wir bis 2040 Klimaneutralität schaffen, müssten wir pro Jahr 80.000 bis 100.000 Heizsysteme umstellen“, so Prechtl-Grundnig. Der Verband fordert, dass das Budget für zumindest 60.000 Tauschvorgänge reicht.
Zudem brauche es wieder einen eigenen Fördertopf für die thermische Sanierung. Auch die Grünen fordern Maßnahmen für den Rest des Jahres sowie eine abgesicherte Finanzierung der Förderung im kommenden Doppelbudget.
AK schlägt Alternativen zu Förderung vor
Die Arbeiterkammer schlug indessen vor, alternative Instrumente zu einer Förderung anzudenken. So könnten begünstigte Darlehen vergeben werden, deren Rückflüsse dann wieder genutzt werden könnten, um weitere Sanierungen und Heizkesseltäusche zu finanzieren. Das würde auch das Budget weniger stark belasten.
EU
EU-Aufbauplan: 325 Millionen Euro für Österreich
Die EU-Kommission hat heute in Brüssel den vierten Zahlungsantrag Österreichs über 325 Millionen Euro im Rahmen des Aufbauplans von NextGenerationEU an Österreich positiv bewertet.
Mit den Geldern sollen Reformen und Investitionen in emissionsfreie Fahrzeuge, erneuerbare Energien sowie Bildung, Kultur und Innovation unterstützt werden. Der Aufbauplan umfasst rund vier Milliarden Euro.
240.000 Laptops und Tablets für Schulen
Mit dem Antrag sollen die Installation von 17.800 Photovoltaikanlagen auf Wohnhäusern, der Kauf von 2.767 emissionsfreien Bussen und 167 Lkws sowie die Finanzierung grüner Investitionen in 13.500 Unternehmen gefördert werden. Weiters sollen Gelder in 240.000 Laptops und Tablets für Schulkinder sowie digitale Forschungsinfrastruktur an Universitäten fließen.
Die Aufbau- und Resilienzfazilität wurde geschaffen, um Europa nach den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu unterstützen. Sie ist das Herzstück des Aufbauinstruments NextGenerationEU.
Grundsätzliches Ziel ist laut Kommission, Europa nachhaltiger, digitaler und krisenfester zu machen. Insgesamt sollen bis zu 672,5 Milliarden Euro zur Unterstützung von Investitionen und Reformen fließen.
red, ORF.at/Agenturen
Klimaschutzprogramm für deutsche Industrie erlaubt
Deutschland darf seine Industrie beim Umstieg auf klimafreundlichere Produktionsweisen mit fünf Milliarden Euro unterstützen. Die Europäische Kommission hat für entsprechende Pläne der deutschen Regierung grünes Licht gegeben, wie sie heute in Brüssel mitteilte.
Es geht um die CO2-Differenzverträge. Dabei übernimmt der Staat übergangsweise die Extrakosten, die Unternehmen durch die Umstellung auf klimafreundliche Produktionsweisen entstehen.
Dieses Programm trage den Kommissionsangaben zufolge zur Verwirklichung der Energie- und Klimaziele sowie den Nachhaltigkeitszielen Deutschlands und der EU bei. Geförderte Projekte müssten ihre Emissionen demzufolge erheblich reduzieren: mindestens um 50 Prozent innerhalb von vier Jahren und um 85 Prozent bis zum Ende der Vertragslaufzeit von 15 Jahren.
Strenge Vorgaben für Förderprogramme
Mit den CO2-Differenzverträgen übernimmt der Staat übergangsweise die Extrakosten. So sollen wirtschaftliche Risiken reduziert werden und Firmen Planungssicherheit bekommen. Wie genau Unternehmen Treibhausgase einsparen, bleibt ihnen dabei überlassen.
Das kann zum Beispiel durch die Nutzung von Strom statt Gas oder Kohle passieren, mit dem Einsatz von Wasserstoff, der Abscheidung und Speicherung von CO2, die Nutzung von Biomethan oder von Abwärme. Die Förderung zielt besonders auf energiehungrige Branchen ab – wie die Papier-, Chemie-, Metall-, Glas- und Zementindustrie.
In der EU gelten strenge Regeln dafür, wenn ein Staat Unternehmen mit Geld oder auch etwa Steuervorteilen unterstützen will. Die EU-Kommission überwacht, ob diese Regeln eingehalten werden.
red, ORF.at/Agenturen
Studie: Europäer wollen mehr Unabhängigkeit von USA
Knapp eineinhalb Jahre nach Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump wünschen sich mehr und mehr Menschen in der EU mehr Unabhängigkeit von den USA.
Inzwischen sind fast drei von vier EU-Bürgerinnen und -Bürgern (73 Prozent) der Ansicht, Europa solle seinen eigenen Weg gehen, wie aus einer heute veröffentlichten Studie der deutschen Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Zudem hält eine klare Mehrheit von 58 Prozent die USA nicht mehr für einen vertrauenswürdigen Partner.
Der Anteil derjenigen, die eine größere Eigenständigkeit befürworten, stieg demzufolge seit 2024 um zehn Prozentpunkte. Das Ansehen der USA als wichtigster Partner der Europäischen Union ist der Umfrage zufolge seitdem um 20 Prozentpunkte auf 31 Prozent gesunken.
Ein polarisierender US-Präsident und zunehmende geopolitische Spannungen hätten die öffentliche Meinung in Europa verschoben, heißt es in der Analyse, für die zwischen September 2024 und März 2026 regelmäßig Menschen in allen 27 EU-Staaten befragt wurden.
Keine Hinwendung zu China
Das Streben nach Unabhängigkeit führt der Studie zufolge jedoch nicht zu einer stärkeren Hinwendung zu China, das weiter mit Skepsis betrachtet wird. Stattdessen verschieben sich die Präferenzen innerhalb des westlichen Bündnisses.
So gewinnen demzufolge das Vereinigte Königreich und Kanada als strategische Partner an Bedeutung. Die Unterstützung für die NATO als zentraler Pfeiler der Sicherheit bleibe mit 63 Prozent der Befragten dabei stabil.
red, ORF.at/Agenturen
Ausland
MSF: Hunger in Gaza absichtlich herbeigeführt
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat Israel vorgeworfen, im Gazastreifen durch das absichtliche Zurückhalten von Lebensmitteln und Hilfsgütern eine „Unterernährungskrise erzeugt“ zu haben.
Betroffen seien vor allem Kinder, Schwangere und stillende Frauen gewesen, erklärte die Organisation in einem heute vorgelegten Bericht. Die Untersuchungen betreffen den Zeitraum zwischen Ende 2024 und Anfang dieses Jahres.
Es gebe eine deutlich höhere Zahl an Frühgeburten, an verstorbenen Säuglingen unterernährter Mütter sowie einen starken Anstieg der Zahl von Fehlgeburten. MSF verwies dabei auf die israelische Blockade des Gazastreifens und auf Angriffe auf zivile Infrastruktur.
Kritik an Hilfsstiftung
Die Hilfsorganisation kritisierte auch die Folgen des Verteilens von Hilfsgütern durch die umstrittene GHF-Stiftung, die von den USA und Israel unterstützt wurde und mittlerweile ihre Arbeit im Gazastreifen beendet hat.
Während der Zeit, in der die GHF tätig gewesen sei, sei in den von MSF unterstützten Einrichtungen in dem Palästinensergebiet ein „starker“ Anstieg der Zahl von Menschen verzeichnet worden, „die wegen Gewalt an den Verteilstellen sowie der mit Nahrungsmittelmangel verbundenen Unterernährung medizinische Hilfe suchten“.
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen wurden unterdessen nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Behörden erneut sechs Menschen getötet. Mehrere weitere Menschen seien zudem schwer verletzt worden.
red, ORF.at/Agenturen
Ukraine-Krieg
Selenskyj rechtfertigt Drohnenangriffe trotz Feuerpause
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainischen Drohnenangriffe auf Russland trotz einer einseitig von Kiew erklärten Feuerpause gerechtfertigt. „Wir haben eine Waffenruhe ab Mitternacht des 6. Mai vorgeschlagen“, schrieb er in sozialen Netzwerken.
„Gestern ist diese Waffenruhe von Russland gebrochen worden. Die spiegelbildliche Reaktion auf die russischen Angriffe sind unsere Langstreckensanktionen.“ Wenn Moskau den Pfad der Diplomatie einschlage, werde auch Kiew das tun. Doch Russland töte weiter Menschen. Die russische Seite hat für morgen und Samstag eine Waffenruhe ausgerufen.
Wieder Drohnenangriff auf Perm am Ural
Selenskyjs Angaben zufolge erreichten ukrainische Drohnen in der Nacht erneut die russische Stadt Perm am Ural mehr als 1.500 Kilometer entfernt von der Grenze.
Der russische Gouverneur der Region Perm, Dmitri Machonin, bestätigte den Angriff auf ein nicht näher genanntes Industrieunternehmen. Ein Wohnblock sei beschädigt worden, schrieb er auf Telegram.
Von der Leyen kritisiert Russland
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisierte indes auf X: „Die heutigen Luftangriffe auf die Ukraine zeigen einmal mehr, dass Russland es nicht ernst meint, wenn es von Waffenruhe oder Frieden spricht.“
Der Kreml erklärte, Russland werde anlässlich seiner Gedenkfeierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine zweitägige Waffenruhe einhalten. Sollte die Ukraine in dieser Zeit angreifen, drohte Moskau mit einem „Vergeltungsschlag“ auf Kiew und forderte ausländische Botschaften zur Evakuierung auf.
red, ORF.at/Agenturen
Wirtschaft
Deutsches KI-Start-up DeepL streicht ein Viertel der Stellen
Der deutsche Übersetzungssoftware-Anbieter DeepL plant einen umfangreichen Jobabbau. Etwa 250 Stellen fielen weg, schrieb Firmengründer und -chef Jarek Kutylowski heute in einem Beitrag im Onlinenetzwerk LinkedIn. Das Kölner Unternehmen hat bisher rund 1.000 Beschäftigte.
Kutylowski begründete seine Entscheidung mit einem größeren Umbau im Zuge eines verstärkten internen Einsatzes künstlicher Intelligenz (KI). DeepL entwickelt seit 2017 KI-gestützte Übersetzungssoftware.
Technologiefirmen streichen Jobs
Derzeit streichen zahlreiche Technologiefirmen Stellen unter Verweis auf Effizienzgewinne durch KI. Bei der Facebook-Mutter Meta müssen etwa 8.000 Beschäftigte gehen.
Beim Snapchat-Betreiber Snap sind es rund 1.000 Personen. Einer Studie der Beratungsfirma Gartner zufolge verhilft ein Jobabbau aber nur einer Minderheit der Unternehmen zu einem Renditeschub.
red, ORF.at/Agenturen
ATX klettert erstmals über 6.000 Punkte
Der Wiener Aktienmarkt hat sich heute im Frühhandel nach den deutlichen Vortageszuwächsen erneut fester präsentiert und damit auf Rekordkurs gezeigt.
Der Leitindex ATX überwand erstmals die Marke von 6.000 Punkten und gewann kurz vor 10.00 Uhr 0,55 Prozent auf 6.000,45 Einheiten. Seit dem Jahresauftakt weist er mittlerweile eine starke Performance von mehr als zwölf Prozent auf.
Auch an den europäischen Leitbörsen ging es am Berichtstag mit den Aktienkursen mehrheitlich etwas weiter nach oben. Erneut positive Vorgaben hatte die Wall Street geliefert.
Der Nahost-Konflikt ist laut Helaba-Analysten weiterhin das dominierende Thema auf den Finanzmärkten. Zuletzt gab es Entspannungssignale: Die USA und der Iran seien einer Vereinbarung für ein Kriegsende nahe.
red, ORF.at/Agenturen
Chronik
Interpol-Schlag gegen Millionen falscher Medikamente
Fahnder haben bei einem großangelegten Schlag gefälschte und nicht zugelassene Medikamente im Millionenwert beschlagnahmt. Mehr als 6,4 Millionen Dosen wurden eingezogen, wie die internationale Polizeiorganisation Interpol mit Sitz in Lyon heute mitteilte. Die Stoffe haben laut Interpol einen Wert von 15,5 Millionen US-Dollar (rund 13,2 Mio. Euro).
Am häufigsten fanden die Ermittler angebliche Mittel gegen Erektionsstörungen, Beruhigungsmittel, aber auch vermeintliche Produkte, die gegen das Rauchen helfen sollen. Insgesamt 269 Verdächtige nahmen die Fahnder bei dem von Interpol koordinierten knapp zweiwöchigen Schlag in rund 90 Ländern fest.
Sie zerschlugen zudem 66 kriminelle Gruppen, die im illegalen Medikamentenhandel aktiv waren, und nahmen Tausende Onlineseiten und Kanäle vom Netz. Die meisten Produkte fanden die Ermittler in Großbritannien, Kolumbien und Australien.
„Bringen Leben in Gefahr“
„Gefälschte Medikamente sind nicht nur Betrug, sie bringen Leben in Gefahr“, zitierte Interpol ihren Generalsekretär Valdecy Urquiza. Über Onlinemarktplätze und informelle Lieferketten könnten Kriminelle Lücken in der Kontrolle ausnutzen. Sie würden auf Menschen abzielen, die schnelle und erschwingliche Hilfe suchten, doch die Konsequenzen könnten schwer und sogar tödlich sein.
Interpol weist auch auf einen beunruhigenden Trend hin. So beschlagnahmten die Fahnder deutlich mehr Antiparasitika als in den vergangenen Jahren. Die gefundenen Mittel Ivermectin und Fenbendazol würden unter dem Schlagwort „Kits zur Krebsbehandlung“ als alternative Krebsmittel verkauft, obwohl Gesundheitsbehörden warnten, dass es dafür keine Grundlage gibt.
red, ORF.at/Agenturen
Epstein: Gericht veröffentlicht angeblichen Abschiedsbrief
Ein Gericht in New York hat gestern (Ortszeit) einen angeblichen Abschiedsbrief des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Richter Kenneth M. Karas folgte damit einem Antrag der „New York Times“, die zuvor über das Schreiben berichtet und um die Freigabe des Dokuments ersucht hatte.
Dessen Echtheit lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Bisher war das Dokument nicht Teil der Untersuchungen des US-Justizministeriums.
Ein Zellengenosse Epsteins soll das Schreiben nach einem ersten mutmaßlichen Suizidversuch des Sexualstraftäters im Juli 2019 in einem Buch gefunden haben, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf den Mitinsassen. Das Schreiben soll der Zellengenosse seinen Anwälten gegeben haben, um Vorwürfe zu entkräften, er habe Epstein angegriffen.
Kein Name oder Unterschrift
In dem Dokument, das vom verurteilten Sexualstraftäters geschrieben worden sein soll, heißt es: „Sie haben monatelang gegen mich ermittelt – UND NICHTS GEFUNDEN!!!“ Es sei „ein Privileg, sich den Zeitpunkt für den Abschied selbst aussuchen zu können“.
Weiter heißt es dort: „Was soll ich denn machen – in Tränen ausbrechen!!“ Der Verfasser des Schreibens kommt zu dem Schluss: „KEIN SPASS“ – das sind die einzigen unterstrichenen Wörter. Weiter heißt es in dem Dokument, ebenfalls in Großbuchstaben: „LOHNT SICH NICHT!!“ Das Schreiben erwähnt weder Epsteins Namen noch ist es unterschrieben.
Lutnick zu Epstein befragt
Unterdessen wurde US-Handelsminister Howard Lutnick nach einer mehrstündigen Befragung vor dem US-Parlament zu seinen Kontakten von Demokraten heftig attackiert. Mehrere Abgeordnete warfen dem Minister vor, die Öffentlichkeit über sein Verhältnis zu Epstein belogen zu haben. Sie forderten seinen Rücktritt.
Aus Anfang dieses Jahres veröffentlichten Akten geht hervor, dass Lutnick länger zu Epstein Kontakt hatte, als er zuvor angab.
Hilfe im Krisenfall
Berichte über (mögliche) Suizide können bei Personen, die sich in einer Krise befinden, die Situation verschlimmern. Österreichweit und in den Bundesländern gibt es Anlaufstellen, die Rat und Unterstützung im Krisenfall anbieten.
Die österreichweite Telefonseelsorge ist ebenfalls jederzeit unter 142 gratis zu erreichen. Hilfe für Jugendliche und junge Erwachsene bietet auch Rat auf Draht unter der Nummer 147.
red, ORF.at/Agenturen
Umwelt & Klima
Totschnig: Trockenheit für Forstwirtschaft „Herausforderung“
Die extreme Trockenheit in einigen Regionen belastet die heimische Land- und Forstwirtschaft stark. Der fehlende Niederschlag sei eine „große Herausforderung“, sagte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) heute bei einem Medientermin.
„Das ist eine Folge des Klimawandels.“ Zuletzt gab es große Waldbrände in der Steiermark und in Kärnten. Der Klimawandel führt zu verstärkter Trockenheit, Witterungsextremen und mehr Schädlingen im Wald.
„Es geht darum, unsere Wälder klimafit zu machen, ihre wichtige Funktion als CO2-Speicher zu stärken und gleichzeitig die nachhaltige Verwendung des Rohstoffs Holz weiter voranzutreiben“, sagte der Landwirtschafts- und Umweltminister.
Branchenvertreter drängen auf ausreichende staatliche Förderungen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Unter anderem müssen widerstandsfähigere Baumarten gepflanzt werden.
red, ORF.at/Agenturen
Rote Listen gefährdeter Tierarten in Österreich veraltet
Österreich schützt seine bedrohten Tierarten teilweise auf Basis von Roten Listen, die bis zu 32 Jahre alt sind. Davor warnt der Österreichische Tierschutzverein auch in einem offenen Brief an das Umweltministerium.
„Jede zweite bundesweite Rote Liste ist überfällig und teilweise seit über 20 Jahren nicht aktualisiert. Nur drei von 27 Roten Listen sind aktuell“, hieß es in dem heute publizierten Schreiben.
Käferliste von 1994
Die älteste Liste – jene der Käfer – stamme gar aus dem Jahr 1994, lautete die Kritik. Rote Listen würden als zentrales wissenschaftliches Frühwarnsystem für den Artenschutz gelten. Sie dienten dazu, Bestandsentwicklungen zu bewerten und Schutzmaßnahmen zu planen, so der Tierschutzverein.
Ihre Aktualisierung sei keine reine Verwaltungssache, sondern eine umweltpolitische Pflicht. Es brauche „ein unabhängiges nationales Zentrum für Artenvielfalt und einen klaren politischen Auftrag zur raschen Aktualisierung der Roten Listen“. Der Tierschutzverein stellte zudem eine Petition für seine Forderungen online.
red, ORF.at/Agenturen
Medien
ORF-Stiftungsräte dürfen weiter Schöber-Bericht einsehen
Gegenwärtig haben die ORF-Stiftungsräte Einsicht in Compliance-Berichte zu mehreren aufsehenerregenden Fällen der jüngeren Vergangenheit. Neben der Causa Weißmann können sie sich u. a. auch näher mit einer Untersuchung zum Führungsverhalten von ORF-III-Programmchef Peter Schöber auseinandersetzen.
Schöber, dem verbale Entgleisungen, Mobbing und Interventionen vorgeworfen wurden, wollte das mittels Antrag auf eine einstweilige Verfügung beim Arbeits- und Sozialgericht Wien verhindern. Laut „Standard“ setzte ORF-Chefin Ingrid Thurnher die Stiftungsräte gestern darüber in Kenntnis, dass er damit keinen Erfolg hatte. Das Gericht betonte laut der Tageszeitung die Verpflichtung der ORF-Räte zur Verschwiegenheit.
Der ORF sprach nach Abschluss der Untersuchung, im Zuge derer Dutzende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgesagt hatten, von „teilweise problematischem“ Führungsverhalten und passte die Struktur an, sodass Schöber nicht länger alleine Personalentscheidungen treffen konnte. Zudem wurden „direkte Durchgriffe“ in Programmfragen unterbunden.
red, ORF.at/Agenturen
Kultur
Kunstbiennale Venedig: Riesiger Andrang auf Austro-Pavillon
Florentina Holzingers Beitrag auf der Kunstbiennale in Venedig hat sich in kürzester Zeit als Attraktion herumgesprochen: 24 Stunden nach der Eröffnung von „Seaworld Venice“ hat es vor dem österreichischen Pavillon eine noch nie gesehene Menschenschlange gegeben. Derzeit ist mit einer Wartezeit von zweieinhalb Stunden zu rechnen.
Zur Stunde befinden sich etwa rund 100 Schaulustige gleichzeitig im Pavillon, wo unter anderen eine Performerin in einem Wasserbecken mit einem Jetski im Kreis fährt, nackte Performerinnen eine Wetterfahne erklimmen und im Hof eine Performerin mit Atemgerät in einem Aquarium steht. In zwei WCs wird Besucherurin gesammelt, speziell aufbereitet und durch den Einsatz von Osmosefiltern in gereinigter Form als Wasser in das Aquarium geleitet, das mit den anderen Becken in Verbindung steht.
Einen Hinweis auf den Pavillon findet man bereits beim Eingang zum Giardini-Gelände: Dort wird mit einer Warnung darauf hingewiesen, dass es bereits vor dem Österreich-Pavillon zu Nacktheit kommt (wenn eine nackte Performerin als Klöppel stündlich eine Glocke schlägt) und diese Nacktheit „auch aus dem weiteren Umkreis wahrgenommen“ werden könne.
red, ORF.at/Agenturen